Photovoltaik
Unter Photovoltaik versteht man die
direkte Umwandlung von Strahlungsenergie, vornehmlich Sonnenenergie, in
elektrische Energie. Sie ist seit 1958 zunächst in der Energieversorgung von
Weltraumsatelliten mittels Solarzellen im Einsatz. Mittlerweile wird sie zur
Stromerzeugung auf der ganzen Welt eingesetzt und findet Anwendung auf Dachflächen,
bei Parkscheinautomaten, an Schallschutzwänden oder auf Freiflächen.
Geschichte
Der photoelektrische Effekt wurde bereits
im Jahre 1839 von dem französischen Physiker Alexandre Edmond Becquerel
entdeckt. 1876 wiesen William G. Adams und Richard E. Day diesen Effekt auch bei
einem Selenkristall nach. 1905 gelang es Albert Einstein den Photoeffekt richtig
zu erklären, wofür er 1921 den Nobelpreis für Physik bekam. Nach vielen
weiteren Entdeckungen und Entwicklungen gelang es dann 1954 Daryl Chapin, Calvin
Fuller und Gerald Pearson, die ersten Siliziumzellen, mit Wirkungsgraden von über
vier Prozent, zu produzieren, eine Zelle erreichte sogar einen Wirkungsgrad von
sechs Prozent. Die erste technische Anwendung wurde Ende der 1950er Jahre mit
dem Vanguard I in der Satellitentechnik gefunden. In den 1960er und 1970er
Jahren gab es, in erster Linie durch die Nachfrage aus der Raumfahrt,
entscheidende Fortschritte in der Entwicklung von Photovoltaikzellen.
Wirkungsgrad
Die mit Solarzellen in der Photovoltaik
erzielten Wirkungsgrade reichen von wenigen Prozent (beispielsweise etwa 6
Prozent für Cadmium-Tellurid-Solarmodule) bis hin zu über 35 Prozent (Konzentrator-Mehrschicht-Laborexemplar)
oder 40 Prozent (Dünnschichtmodul auf CIS-basis). Die Wirkungsgrade marktüblicher
Solarmodule liegen zwischen 6 Prozent (Dünnschichtmodule auf Siliziumbasis) und
17,7 Prozent (monokristalline Module). Der US-amerikanische Hersteller SunPower
hat für das Jahr 2007 monokristalline Module mit einem Wirkungsgrad von 20
Prozent angekündigt.
Verbundanlagen
Bei im Verbundnetz betriebenen Anlagen
kann die wartungsintensive Energiespeicherung in einem Zwischenkreis entfallen,
der eingespeiste elektrische Strom wird sofort verbraucht, der Ausgleich der
unterschiedlichen Verbrauchs- und Angebotsleistungen erfolgt über das
Verbundnetz. Eine Zwischenspeicherung ist nicht notwendig, solange die momentane
Gesamtleistung aus Photovoltaik nicht häufig über der momentanen Last im
Stromnetz liegt. Bei kleineren Anlagen wird immer dann elektrische Leistung von
der Photovoltaikanlage mittels Wechselrichter in das Verbundnetz abgegeben, wenn
entsprechende Sonneneinstrahlung vorhanden ist. Fehlt diese Primärenergie,
beispielsweise in der Nacht, wird elektrische Leistung aus dem Verbundnetz von
anderen Erzeugern des Energiemixes bezogen. Bei größeren Photovoltaikanlagen
kommt wie bei allen größeren Kraftwerken noch eine zusätzliche
Leistungsregelung über eine Fernsteuerung hinzu, die es erlaubt je nach Bedarf
weniger Leistung in das Netz abzugeben als möglich wäre um einen stabilen
Betrieb des Versorgungsnetzes zu gewährleisten.
Inselanlagen
Bei Inselanlagen müssen die Unterschiede
zwischen Verbrauch und Leistungsangebot der Photovoltaikanlage durch zusätzliche
Energiespeicher ausgeglichen werden. Beispielsweise um elektrische Verbraucher
auch während der Nachtstunden oder bei ungenügender Sonneneinstrahlung
betreiben zu können. Die Speicherung erfolgt aufgrund der kleinen Leistungen
meistens über einen Gleichspannungszwischenkreis mit Akkumulatoren welche die
elektrische Leistung bei Bedarf den Verbraucher abgeben können. Neben den meist
noch üblichen und kostengünstigen Bleiakkumulatoren kommen auch neuere
Akkutechnologien mit besserem Wirkungsgrad wie Lithium-Titanat-Akkumulatoren zur
Anwendung. Mittels Wechselrichter wird daraus die übliche Netzwechselspannung
mit 230 V und 50 Hz gebildet.